Lavendel Teil 3 - Lavendel in der Körperpflege - Eine Pflanze, unzählige Möglichkeiten

Lavendel gehört seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Pflanzen der natürlichen Körperpflege. Schon lange bevor Cremes, Duschgele oder Lotionen industriell hergestellt wurden, nutzten Menschen die duftenden Blüten für Bäder, Körperöle, Seifen oder duftende Salben. Das Besondere am Lavendel ist seine Vielseitigkeit. Aus einer einzigen Pflanze lassen sich zahlreiche Pflegeprodukte herstellen, die sich bis heute große Beliebtheit erfreuen. Dabei gilt jedoch ein wichtiger Grundsatz: Für die äußere Anwendung kommen unterschiedliche Lavendelprodukte zum Einsatz. Getrocknete Blüten, ein selbst hergestelltes Mazerat, Lavendelhydrolat und ätherisches Lavendelöl unterscheiden sich deutlich voneinander und sollten entsprechend ihrer jeweiligen Verwendung eingesetzt werden.

Lavendel als Massageöl
Zu den ältesten Anwendungen zählt das Lavendel-Massageöl. Bereits früher wurden getrocknete Blüten des Echten Lavendels über mehrere Wochen in hochwertigen Pflanzenölen eingelegt. Durch diesen Ölauszug, auch Mazerat genannt, gehen Duftstoffe und fettlösliche Pflanzenbestandteile langsam auf das Öl über. Besonders bewährt haben sich Mandelöl, Jojobaöl, Aprikosenkernöl, Traubenkernöl oder ein mildes Olivenöl. Jedes dieser Öle besitzt seine eigenen Eigenschaften. Mandelöl fühlt sich besonders weich auf der Haut an, Jojobaöl ist sehr lange haltbar und zieht gut ein, Aprikosenkernöl wird wegen seiner leichten Konsistenz geschätzt und Traubenkernöl hinterlässt kaum einen Fettfilm.

Für die Herstellung werden ausschließlich vollständig getrocknete Lavendelblüten verwendet. Frische Blüten enthalten Feuchtigkeit und können den Ölauszug schneller verderben lassen. Die Blüten werden locker in ein sauberes Glas gefüllt und vollständig mit Pflanzenöl bedeckt. Anschließend ruht das Glas drei bis sechs Wochen an einem warmen Ort. Dabei sollte es regelmäßig leicht bewegt werden. Danach wird das Öl sorgfältig gefiltert und in dunkle Glasflaschen abgefüllt. Kühl und lichtgeschützt gelagert bleibt ein Lavendelmazerat oft viele Monate haltbar.

Wer zusätzlich ätherisches Lavendelöl verwenden möchte, sollte dieses niemals unverdünnt auf die Haut geben. Es handelt sich um ein hochkonzentriertes Pflanzenprodukt, das stets sparsam dosiert und mit einem geeigneten Trägeröl vermischt wird.

Körperöle mit Lavendel
Ein Lavendel-Körperöl gehört zu den einfachsten Naturpflegeprodukten überhaupt. Es wird bevorzugt nach dem Duschen oder Baden auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen. Dadurch lässt es sich besonders gut verteilen. Viele Menschen kombinieren Lavendel mit Ringelblumen, Rosenblüten oder Kamille und stellen so ihre ganz persönliche Pflegemischung her. Wer einen frischen Duft bevorzugt, ergänzt kleine Mengen Zitronen- oder Orangenschalen während des Ölauszuges. Wichtig ist jedoch, dass sämtliche Pflanzenbestandteile vollständig trocken sind.

Lavendelbad
Ein Lavendelbad gehört zu den bekanntesten Anwendungen überhaupt. Am einfachsten gelingt es mit getrockneten Blüten, die in ein Leinensäckchen oder einen Baumwollbeutel gefüllt werden. Dieser wird anschließend wie ein großer Teebeutel in das warme Badewasser gelegt. So verteilt sich der Duft im Wasser, während die Blüten im Beutel bleiben und später nicht den Abfluss verstopfen.

Ebenso beliebt ist ein kräftiger Lavendelaufguss. Dafür werden die Blüten mit heißem Wasser übergossen und etwa fünfzehn Minuten ziehen gelassen. Anschließend wird der Sud abgeseiht und dem Badewasser hinzugefügt. Wer mag, kann Rosenblüten, Melisse oder etwas Zitronenverbene ergänzen und so ganz unterschiedliche Duftkompositionen herstellen.

Lavendel-Badesalz
Ein selbst hergestelltes Badesalz ist nicht nur dekorativ, sondern auch ein schönes Geschenk aus der eigenen Küche oder Kräuterwerkstatt. Verwendet werden naturbelassenes Steinsalz oder Ursalz sowie vollständig getrocknete Lavendelblüten. Ergänzt werden können Rosenblüten, Ringelblumenblüten oder fein geriebene Zitronenschale. Alle Zutaten müssen trocken sein, damit das Salz nicht verklumpt.

Das fertige Badesalz wird in gut verschließbaren Gläsern aufbewahrt und möglichst trocken gelagert. Für ein Vollbad genügt bereits eine kleine Handvoll. Besonders schön wirken solche Mischungen in Weckgläsern oder kleinen Apothekerflaschen mit handgeschriebenem Etikett.

Badeöl mit Lavendel
Neben Badesalz erfreut sich auch Badeöl großer Beliebtheit. Hierfür eignet sich ein selbst hergestelltes Lavendelmazerat besonders gut. Es kann mit weiteren hochwertigen Pflanzenölen kombiniert werden. Wer ätherisches Lavendelöl verwenden möchte, sollte darauf achten, dass dieses zuvor in einer geeigneten Badegrundlage verteilt wird. Reines ätherisches Öl verbindet sich nicht mit Wasser und sollte deshalb niemals direkt in die Badewanne getropft werden.

Handgemachte Lavendelseifen
Lavendelseifen gehören seit Generationen zu den beliebtesten Naturseifen. Sie werden entweder klassisch im Kaltverfahren gesiedet oder aus einer fertigen Glycerinseifenbasis hergestellt. Besonders dekorativ wirken fein gemahlene Lavendelblüten, die direkt in die Seifenmasse eingearbeitet werden. Ganze Blüten eignen sich eher als Verzierung, können sich jedoch mit der Zeit verfärben oder beim Waschen lösen.

Wer sich erstmals an das Seifensieden wagt, sollte sich gründlich mit dem Umgang von Natriumhydroxid beschäftigen. Die Herstellung klassischer Naturseifen erfordert sorgfältiges Arbeiten und genaue Berechnungen. Für Einsteiger eignet sich deshalb eine fertige Seifenbasis deutlich besser.

Lavendel-Hydrolat
Weniger bekannt als das ätherische Öl ist das Lavendelhydrolat. Es entsteht bei der Wasserdampfdestillation als Blütenwasser und besitzt einen wesentlich milderen Duft. Viele Naturkosmetikhersteller verwenden es als Grundlage für Gesichtswasser, Körpersprays oder leichte Erfrischungssprays. Besonders im Sommer erfreut sich Lavendelhydrolat großer Beliebtheit, da es angenehm leicht wirkt und sich hervorragend mit Rosenhydrolat oder Hamamelis kombinieren lässt.

Lavendel-Peeling
Ein Körperpeeling lässt sich mit wenigen natürlichen Zutaten herstellen. Ursalz oder fein gemahlene Haferflocken werden mit einem Pflanzenöl und getrockneten Lavendelblüten vermischt. Wer ein besonders feines Peeling bevorzugt, verwendet fein gemahlene Blüten. Gröbere Blütenstücke eignen sich eher für den Körper als für empfindliche Gesichtspartien. Das Peeling sollte stets frisch hergestellt oder sauber und trocken gelagert werden.

Handpflege mit Lavendel
Besonders beanspruchte Hände freuen sich über reichhaltige Pflege. Aus Sheabutter, Kakaobutter, Bienenwachs und einem Lavendelmazerat lassen sich hochwertige Handbalsame herstellen. Viele Naturkosmetikliebhaber ergänzen die Rezeptur zusätzlich mit Ringelblumen- oder Rosenmazerat und erhalten so eine angenehm duftende Pflege für trockene Hände.

Lippenpflege
Auch Lippenpflegestifte oder Lippenbalsam lassen sich mit Lavendel herstellen. Grundlage bilden meist Bienenwachs, Sheabutter und ein hochwertiges Pflanzenöl. Lavendel wird dabei äußerst sparsam eingesetzt, damit sein Duft angenehm dezent bleibt. Wer ätherisches Lavendelöl verwenden möchte, sollte ausschließlich kosmetisch geeignete Produkte wählen und diese sehr vorsichtig dosieren.

Haarpflege
Schon in alten Kräuterbüchern finden sich Rezepte für Lavendel-Haarwasser. Heute wird Lavendel in zahlreichen Shampoos, Haarölen und Haarspülungen verwendet. Ein einfacher Kräuterauszug aus Lavendel und Rosmarin kann nach dem Haarewaschen als Haarspülung verwendet werden. Viele Menschen kombinieren Lavendel außerdem mit Brennnessel oder Salbei und stellen daraus ihre ganz persönliche Kräutermischung her.

Duftkissen und Wärmekissen
Zu den bekanntesten Anwendungen gehören Lavendelkissen. Getrocknete Blüten werden zusammen mit Dinkelspelz, Leinsamen oder Zirbenspänen in kleine Kissen gefüllt. Sie verströmen über viele Monate ihren charakteristischen Duft und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Besonders schön wirken Hüllen aus Leinen oder Baumwolle, die sich bei Bedarf waschen lassen.

Lavendel in der Naturkosmetik
Immer mehr Menschen stellen ihre Pflegeprodukte selbst her und verzichten bewusst auf unnötige Zusatzstoffe. Lavendel gehört dabei zu den vielseitigsten Pflanzen überhaupt. Ob Massageöl, Körperöl, Seife, Badezusatz, Hydrolat, Handpflege oder Duftkissen – kaum eine andere Pflanze bietet so viele Möglichkeiten, natürliche Körperpflege individuell zu gestalten. Gerade deshalb hat Lavendel seinen festen Platz in der Naturkosmetik bis heute bewahrt und begeistert seit Jahrhunderten Menschen mit seinem unverwechselbaren Duft und seiner beeindruckenden Vielseitigkeit.

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Autor: Liebeguteseele (Seelenpartner-, Dualseelen-, Zwillingsseelen- und Karmaseelen- Expertin)
https://www.hermetikum.de/berater/Liebeguteseele

 

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