Lavendel Teil 5 - Lavendel im Garten - Der richtige Standort, die beste Pflege und eine reiche Ernte

Wer Lavendel einmal erfolgreich im eigenen Garten kultiviert hat, wird ihn meist viele Jahre nicht mehr missen wollen. Seine violetten Blüten verwandeln Beete in ein mediterranes Blütenmeer, sein unverwechselbarer Duft erfüllt den Garten über viele Wochen und gleichzeitig wird er von unzähligen Bienen, Hummeln und Schmetterlingen besucht. Doch obwohl Lavendel als unkomplizierte Pflanze gilt, machen viele Gartenbesitzer bereits beim Kauf die ersten Fehler. Sie greifen zur falschen Sorte, wählen einen ungeeigneten Standort oder meinen es mit Wasser und Dünger schlicht zu gut. Dabei braucht Lavendel vor allem eines: Sonne, durchlässigen Boden und möglichst wenig Pflege.

Nicht jeder Lavendel gehört in die Küche
Wer Lavendel ausschließlich als Zierpflanze verwenden möchte, kann zwischen zahlreichen Arten wählen. Soll der Lavendel später jedoch auch für Tee, Lavendelzucker, Lavendelsalz, Sirup oder zum Backen verwendet werden, sollte bereits beim Kauf auf die richtige Sorte geachtet werden.

Für die Küche eignet sich in erster Linie der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia). Sein Aroma ist angenehm blumig, leicht süßlich und deutlich feiner als das anderer Lavendelarten. Genau deshalb wird er seit Jahrhunderten in der mediterranen Küche verwendet.

Der Schopflavendel (Lavandula stoechas) fällt durch seine auffälligen Blütenbüschel auf und ist eine wunderschöne Zierpflanze für Garten, Balkon oder Terrasse. Für die Küche wird er jedoch in der Regel nicht empfohlen.

Auch der Speiklavendel (Lavandula latifolia) besitzt einen deutlich kräftigeren, kampferartigen Duft. Er wird häufiger für Duftprodukte genutzt als für kulinarische Anwendungen.

Wer später Blüten ernten und verwenden möchte, sollte deshalb bereits im Gartencenter genau auf das Pflanzenschild achten.

Der perfekte Standort
Lavendel liebt die Sonne. Je mehr Sonnenstunden die Pflanze erhält, desto kräftiger wächst sie und desto intensiver entwickelt sich später ihr Duft.

Ideal sind Standorte, die möglichst den ganzen Tag über sonnig sind. Halbschatten wird zwar toleriert, allerdings bilden viele Sorten dort weniger Blüten und wachsen lockerer.

Besonders schön wirkt Lavendel
·       entlang von Gartenwegen,
·       vor dem Hauseingang,
·       neben Terrassen,
·       im Kräuterbeet,
·       zwischen Rosen,
·       im Steingarten,
·       oder in großen Pflanzgefäßen auf Balkon und Terrasse.

Lavendel am Hauseingang
Viele Gartenfreunde pflanzen Lavendel bewusst rechts und links neben ihre Haustür. Das hat nicht nur optische Gründe. Bereits beim Betreten des Grundstücks empfängt einen sein angenehmer Duft. Gleichzeitig verwandeln die violetten Blüten den Eingangsbereich in einen echten Blickfang.

Während der Blütezeit herrscht dort reges Treiben. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge besuchen unermüdlich die Blüten und machen den Eingangsbereich lebendig.

Lavendel im Kräutergarten
Auch im Kräutergarten fühlt sich Lavendel ausgesprochen wohl.

Besonders harmonisch wächst er gemeinsam mit
·       Rosmarin,
·       Thymian,
·       Salbei,
·       Oregano,
·       Bohnenkraut
·       und Ysop.

Alle diese Kräuter bevorzugen sonnige, trockene Standorte und ähnliche Bodenverhältnisse. Dadurch entsteht ein pflegeleichtes Kräuterbeet, das über viele Monate hinweg attraktiv aussieht.

Der richtige Boden
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, Lavendel in nährstoffreiche Blumenerde zu setzen.
Genau das mag die Pflanze überhaupt nicht.
Lavendel bevorzugt lockere, durchlässige und eher magere Böden. Sandige oder kalkhaltige Erde kommt seinen natürlichen Lebensbedingungen deutlich näher als schwere, feuchte Lehmböden.
Ist der Gartenboden sehr lehmig, kann er mit Sand oder feinem Kies verbessert werden. Dadurch fließt überschüssiges Wasser besser ab und die Wurzeln bleiben gesund.
Weniger gießen ist oft mehr
Kaum eine Gartenpflanze leidet häufiger unter zu viel Fürsorge als Lavendel.
Viele Pflanzen gehen nicht ein, weil sie zu wenig Wasser bekommen, sondern weil ihre Wurzeln dauerhaft im Nassen stehen.
Hat sich Lavendel erst einmal eingewurzelt, übersteht er auch längere Trockenperioden erstaunlich gut.
Lediglich frisch gepflanzte Exemplare benötigen in den ersten Wochen etwas regelmäßiger Wasser.
Bei Kübelpflanzen sollte häufiger kontrolliert werden, da die Erde dort schneller austrocknet als im Garten.

Muss Lavendel gedüngt werden?
Auch beim Düngen gilt: weniger ist mehr.
Lavendel stammt ursprünglich aus kargen Regionen des Mittelmeerraums und benötigt keine großen Mengen Dünger.
Zu viel Dünger führt häufig dazu, dass die Pflanze zwar kräftig wächst, jedoch weniger Blüten bildet und anfälliger wird.

Wann pflanzt man Lavendel?
Die beste Pflanzzeit liegt im Frühjahr nach den letzten stärkeren Frösten.
Auch der Frühherbst eignet sich häufig noch gut, solange der Boden ausreichend warm ist und die Pflanze vor dem Winter noch neue Wurzeln bilden kann.

Wann blüht Lavendel?
Je nach Sorte beginnt die Blüte meist im Juni und reicht häufig bis in den August hinein.
Während dieser Zeit entwickelt sich Lavendel zu einer der beliebtesten Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten.

Wann werden die Blüten geerntet?
Wer Lavendel trocknen möchte, sollte nicht warten, bis die Pflanze vollständig verblüht ist.
Geerntet wird am besten dann, wenn sich die meisten Blüten gerade geöffnet haben. Zu diesem Zeitpunkt ist das Aroma besonders intensiv.
Ideal ist ein trockener Vormittag, nachdem der Morgentau verschwunden ist.

Lavendel richtig trocknen
Nach der Ernte werden kleine Bündel gebunden und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort aufgehängt.
Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sie Farbe und Duft beeinträchtigen kann.
Sobald die Blüten vollständig trocken sind, lassen sie sich leicht von den Stängeln lösen und in gut verschließbaren Gläsern aufbewahren.

Warum muss Lavendel geschnitten werden?
Ohne regelmäßigen Rückschnitt verholzt Lavendel mit den Jahren immer stärker.
Dadurch bildet er weniger neue Triebe und verliert zunehmend seine schöne Form.
Viele erfahrene Gärtner schneiden ihren Lavendel deshalb zweimal im Jahr.
Der erste Schnitt erfolgt direkt nach der Blüte. Dabei werden die verblühten Blütenstände entfernt und die Pflanze leicht eingekürzt.
Ein zweiter, vorsichtiger Formschnitt erfolgt im Frühjahr. Dabei werden abgestorbene Triebe entfernt und die Pflanze wieder in Form gebracht.
Wichtig ist jedoch, nicht tief in das alte, verholzte Holz zu schneiden. Dort treibt Lavendel häufig nur noch schlecht oder gar nicht mehr aus.

Lavendel im Topf
Nicht jeder besitzt einen Garten. Zum Glück gedeiht Lavendel auch hervorragend in großen Pflanzgefäßen.
Entscheidend ist ein Topf mit Wasserabzug, damit überschüssiges Gießwasser problemlos ablaufen kann.
Eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton verhindert zusätzlich Staunässe.
Gerade im Winter sollte darauf geachtet werden, dass sich keine dauerhafte Nässe im Topf bildet.

Lavendel vermehren
Wer seinen Lavendel vermehren möchte, muss nicht jedes Jahr neue Pflanzen kaufen.
Ältere Pflanzen lassen sich häufig über Stecklinge vermehren. Dafür werden im Sommer junge, noch nicht verholzte Triebe abgeschnitten, in lockere Anzuchterde gesteckt und gleichmäßig leicht feucht gehalten. Mit etwas Geduld entwickeln sich daraus neue Pflanzen.
Auch über Samen lässt sich Lavendel ziehen. Diese Methode erfordert allerdings deutlich mehr Geduld und führt nicht immer zu gleichmäßigen Ergebnissen.

Ein Gewinn für Garten und Natur
Lavendel ist weit mehr als nur eine schöne Gartenpflanze. Er bringt Farbe in Beete, lockt zahlreiche Bestäuber an, verströmt über Wochen seinen angenehmen Duft und liefert gleichzeitig aromatische Blüten für Küche, Duftsäckchen oder Naturkosmetik.
Wer die richtige Sorte auswählt, den passenden Standort wählt und Lavendel nicht mit übermäßiger Pflege verwöhnt, wird viele Jahre Freude an dieser außergewöhnlichen Pflanze haben. Oft sind es gerade die einfachen Dinge – viel Sonne, ein trockener Boden und ein regelmäßiger Rückschnitt –, die aus einem kleinen Lavendelstrauch einen prächtigen Blickfang machen.

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Autor: Liebeguteseele (Seelenpartner-, Dualseelen-, Zwillingsseelen- und Karmaseelen- Expertin)
https://www.hermetikum.de/berater/Liebeguteseele

 

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