Warum wir aus unserer Angst nicht herauskommen – Teil 2

Im ersten Teil haben wir darüber gesprochen, wie sehr die Angst unser Leben bestimmen kann. Die Angst vor dem Verlust, vor dem Alleinsein und vor der Zukunft hält viele Herzmenschen in einer niedrigen Schwingung fest. Doch Angst kommt selten allein. Hinter ihr verbergen sich weitere Gefühle, die uns genauso stark beeinflussen und uns oft über viele Monate oder sogar Jahre begleiten.

Viele Herzmenschen geraten nach dem Rückzug des Kopfmenschen zunächst in Schuld, Scham und tiefe Trauer. Sie suchen die Fehler bei sich selbst und stellen sich immer wieder dieselben Fragen. Habe ich etwas falsch gemacht? War ich nicht gut genug? Habe ich ihn vertrieben? Diese Gedanken kreisen ununterbrochen im Kopf und führen dazu, dass sich der Herzmensch immer weiter von sich selbst entfernt.

Gleichzeitig entsteht Scham. Viele Menschen schämen sich dafür, noch immer zu lieben. Sie schämen sich für ihre Sehnsucht und dafür, dass sie nicht loslassen können. Sie fragen sich, warum sie einen Menschen nicht vergessen können, obwohl dieser sich längst zurückgezogen hat. Die Trauer über den Verlust der Verbindung verstärkt diese Gefühle zusätzlich.

Doch irgendwann geschieht etwas, das viele Herzmenschen zunächst erschreckt. Die Trauer wird schwächer und an ihre Stelle tritt Wut.

Plötzlich entsteht eine große Wut auf den Kopfmenschen. Der Herzmensch fühlt sich verlassen, zurückgewiesen und verletzt. Er fragt sich, wie der andere einfach gehen konnte. Wie er sich zurückziehen konnte, obwohl doch Gefühle vorhanden waren. In den Augen des Herzmenschen hat der Kopfmensch ihn allein gelassen und genau diese Erkenntnis löst die Wut aus.

Diese Wut ist wichtig. Sie zeigt, dass der Herzmensch beginnt, seine eigenen Grenzen wieder wahrzunehmen. Sie zeigt, dass etwas in ihm nicht länger bereit ist, Schmerz und Leid einfach hinzunehmen. Viele Menschen erschrecken sich über diese Gefühle, weil sie glauben, spirituelle Menschen dürften nicht wütend sein. Doch Wut gehört zu diesem Prozess dazu.

Mit der Zeit richtet sich der Blick jedoch nicht mehr ausschließlich auf den anderen Menschen. Der Herzmensch beginnt, sich selbst Fragen zu stellen. Habe ich mich selbst nicht zu klein gemacht? Habe ich mich selbst nicht immer wieder zurückgestellt? Habe ich meine eigenen Bedürfnisse nicht ignoriert, um den anderen glücklich zu machen? Diese Erkenntnis ist schmerzhaft, aber sie ist gleichzeitig der Beginn der Veränderung. Der Herzmensch erkennt, dass er seinen eigenen Wert aus den Augen verloren hat. Er
erkennt, dass er mehr um die Beziehung gekämpft hat als um sich selbst.

Genau an diesem Punkt entsteht ein neues Gefühl: Stolz.

Dabei geht es nicht um Arroganz oder Überheblichkeit. Es geht um gesunden Selbstwert. Der Herzmensch beginnt zu erkennen, dass er mehr verdient. Er beginnt, Grenzen zu setzen. Er hört auf, sich selbst kleinzumachen. Viele Menschen erleben in dieser Phase eine innere Haltung, die man vereinfacht als die „Jetzt reicht es“-Phase beschreiben kann.

Der Blick richtet sich wieder auf das eigene Leben. Die eigenen Wünsche, Ziele und Bedürfnisse werden wieder wichtig. Der Herzmensch erkennt, dass sein Glück nicht vom Verhalten eines anderen Menschen abhängig ist.

Doch auch diese Phase birgt eine Gefahr. Wer zu lange in der Wut bleibt, verschließt sein Herz. Bitterkeit entsteht und der Blick richtet sich erneut auf den anderen Menschen. Die Wut wird dann zu einem neuen Gefängnis.

Deshalb ist die Wut nicht das Ziel. Sie ist eine Brücke.

Sie führt den Herzmenschen aus der Angst heraus und hinein in den Mut. Mut bedeutet nicht, keine Angst mehr zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst weiterzugehen. Mut bedeutet, morgens wieder aufzustehen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und den Blick wieder nach vorne zu richten.

Der Herzmensch erkennt, dass er sein Leben nicht länger auf Pause stellen darf. Er erkennt, dass er glücklich sein darf. Er erkennt, dass seine Zukunft nicht von der Entscheidung eines anderen Menschen abhängt.

Aus dem Mut entsteht schließlich Bereitschaft. Die Bereitschaft, das Leben anzunehmen. Die Bereitschaft, loszulassen. Die Bereitschaft, wieder glücklich zu werden. Die Bereitschaft, die Liebe nicht länger im Außen zu suchen, sondern zunächst in sich selbst zu finden.

Denn das eigentliche Ziel dieser Verbindung besteht nicht darin, auf einen anderen Menschen zu warten. Das Ziel besteht darin, sich selbst wiederzufinden.

Der Herzmensch darf erkennen, dass sein Glück nicht erst beginnt, wenn der andere zurückkehrt. Es beginnt in dem Moment, in dem er wieder zu sich selbst zurückkehrt.

Die Angst war der Anfang. Die Wut war die Bewegung. Der Mut wird der neue Weg.

Und genau dort beginnt die Freiheit.

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Autor: Liebeguteseele (Seelenpartner-, Dualseelen-, Zwillingsseelen- und Karmaseelen- Expertin)
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